Wieder an den Ku’Damm

Selbstverständlich beteiligen wir uns als Padovicz-Betroffene an Aktionen anderer Initiativen, die gegen Verdrängung kämpfen. Vor allem dann, wenn die Aktion genau neben dem Sitz der Unternehmensgruppe Padovicz am Kurfürstendamm 178/179 stattfindet.
Am Donnerstag, den 22.11. um 15:30 Uhr, wollen Unterstützer*innen der linken Kneipe „Syndikat“ am Kurfürstendamm 177 gegen den Eigentümer „Pears Gruppe“ demonstrieren. Das ganze ist Teil einer Kundgebungsreihe mit dem Titel „Der Druck muss steigen – damit Syndikat bleibt!“.

Aufruf & Hintergründe

Nach 33 Jahren wurde der alteingesessenen und tief in der Nachbarschaft verwurzelten Kiezkneipe Syndikat im neuköllner Schillerkiez gekündigt. Damit soll eine weiterer sozialer Raum, ein emanzipatorischer Treffpunkt und, für viele, das verlängerte Wohnzimmer verschwinden. Gerade in Nord-Neukölln, das in den letzten Jahren eine massive Aufwertung inklusive weitreichender Verdrängung von Bwohner*innen und alteingesessenem Kleingewerbe, erfahren hat, sind solche Anlaufpunkte für den Kiez wichtiger denn je.
Der Eigentümer der Weisestraße 56 ist auf dem Papier eine Firman Properties s.a.r.l., mit Sitz in Luxemburg, also eine klassische Briefkastenfirma. Der eingetragene Sitz der Firma befindet sich in Luxemburg-Stadt zwischen einem Schuhgeschäft und einem Sonnenstudio und bis auf besagten Briefkasten ist von realen Geschäftsräumen nicht viel zu sehen. Den Briefkasten teilt sich die Firman mit über 70 weiteren Firmen, die alle ähnlich nichtssagende Namen tragen und mit Properties s.a.r.l. enden.
Neben der wahrscheinlichen Vermeidung von Steuern, versuchen Immobilienfirmen durch solche Konstrukte auch die realen Eigentumsverhältnisse zu verschleiern, damit es schwer fällt einen Überblick zu erhalten, welche Firma wieviele Häuser real besitzt und damit Protest von Seiten der Mieter*innen ins Leere läuft.
Obwohl es seit Bekanntwerden der Kündigung des Syndikats zahlreichen Protest seitens der Nachbarschaft, solidarischer Freund*innen und der Bezirkspolitik dagegen gab, versuchen die Eigentümer dies auszusitzen. Ansprechbar ist offiziell nur die Hausverwaltung, die sich jedoch bislang auch jedem Gespräch verweigert und im Zweifelsfall darauf hinweist, das sie keine Entscheidungsgewalt besitzt.
Dennoch ist es nicht unmöglich hinter das Konstrukt solcher Briefkastenfirmen zu schauen. Unsere Recherchen haben ergeben, dass hinter der Firman Properties s.a.r.l. die englische Pears Gruppe steht. Pears ist ein altes Familienunternehmen, verwaltet laut Schätzungen über 6 Milliarden Pfund Immobilienkapital und gibt sich in Großbritannien durch eine gleichnamige Stiftung einen sozialen Anstrich. In Deutschland agiert ein Ableger unter dem Namen Pears Global Real Estate Germany, mit Sitz am Kurfürstendamm 177.
Das ist der Eigentümer der Weisestraße 56 und somit auch des Syndikats. Das ist der Akteur der darüber entscheidet, ob die Kündigung nach 33 Jahren Bestand hat, oder ob es eine (langfristige) Perspektive für die Kiezkneipe am selben Ort geben kann.
Deshalb rücken wir jetzt der Pears auf die Pelle. Wenn sie nicht zu uns kommen, um mit uns zu reden, kommen wir zu ihnen. Wir wollen über einen neuen Mietvertrag, oder eine andere Form mit langfristiger Perspektive verhandeln. Wir wollen bleiben!

Deshalb: Kommt zu den Kundgebungen, haltet euch über unsere Online-Kanäle auf dem Laufenden, unterstützt uns bei unserem Kampf gegen das drohende Verschwinden einer weiteren Kiez-Institution.

Kiezkultur von Unten erhalten und verteidigen. Syndikat bleibt!

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